Sylvia Kolk

1989 begegnete ich meiner Lehrerin, der Ehrwürdigen Ayya Khema. Ayya Khema verkörperte, was sie lehrte: geistige Klarheit, gesammelte Ausrichtung, innere Sicherheit und Wahrhaftigkeit. Sie war eine begnadete spirituelle Lehrerin und Meditationsmeisterin. Bis zu ihrem Tod blieb sie unermüdlich engagiert, um die buddhistische Lehre fest in unseren Herzen zu verankern.

1995 begann ich – von Ayya Khema autorisiert und unterstützt – mit meiner Lehrtätigkeit. Schon bald wurde die Weitergabe der buddhistischen Lehre zu meiner Haupttätigkeit. Bis heute fühle ich mich dem Werk Ayya Khemas zutiefst verpflichtet.

Weitere Inspiration erfuhr ich bei anderen buddhistischen Lehrern und Lehrerinnen aus unterschiedlichen Traditionen. Ram Dass, dem ich nie begegnet bin, verdanke ich den Mut zur Authentizität. Nach dem Tod von Ayya Khema fand ich eine geistige Heimat bei Lehrern der Vipassana-Tradition der burmesischen Schule Mahasi Sayadaws. Aus diesen beiden Strängen der Theravada-Tradition entwickelte sich die methodische Ausrichtung meiner Lehrtätigkeit: die Verbindung zwischen der Samatha- und Vipassana-Praxis.

Ich verstehe die buddhistische Lehre als eine Wissenschaft des Geistes. Meine Interpretation der Lehre stelle ich in den Kontext abendländischer Denktraditionen, insbesondere der westlichen Philosophie und Psychologie. Dazu gehört für mich auch eine kritische Reflektion kultureller Aspekte dieser jahrtausendalten östlichen Weisheitslehre.

In den 20 Jahren meiner Lehrtätigkeit entwickelten sich zwei Schwerpunkte. Zum einen die Durchführung von intensiven Schweige – Retreats (6 Tage, 10 Tage, 3 Wochen) und zum anderen die Erforschung, Umsetzung und Überprüfung eines Konzeptes für die Alltagspraxis. Beide Praxisfelder unterscheiden und ergänzen sich. Alltag ist Leben. Eine Integration der buddhistischen Praxis in die westliche Kultur braucht einen fundierten Entwurf zur Alltagspraxis und dessen Verwirklichung.

2000 gründete ich in Hamburg ein buddhistisches Zentrum.

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